Orthopädische Einlagen nach Maß  und  therapeutische Maßeinlagen

die Unterschiede und Notwendigkeiten ganz einfach erklärt

Vorabinfo:

Auch bei dieser Seite handelt es sich nicht um eine Anpreisung bestimmter Artikel oder Werbung für meine Praxis oder Werkstatt !  Der Kleinbetrieb hat bereits die Kapazitätsgrenzen erreicht und mehr geht leider ohnehin nicht.

Dennoch hat diese Seite selbstverständlich einen Sinn und ein ganz klares Ziel: Es geht darum, die Eltern und Jugendlichen über das Thema Maßeinlagen aufzuklären, damit solche Einlagen, wie man sie hier nebenstehend abgebildet sieht, künftig dort bleiben, wo sie sind.

Patientenabzocke pur ?

Einlagen, die kaum eine Fußform haben, die man als natürlich bezeichnen kann und die man ohne Anstrengung zusammenwickeln kann, führen beim Knick- Senkfuß zwangsläufig zu mehr Schäden als Nutzen. Dennoch führen ausgerechnet diese Einlagenarten die Hitparade der am häufigsten ausgegebenen Kindereinlagen an, weil sie einen riesigen Gewinn einbringen und das ist vielerorts mehr wert, als die Gesundheit Ihres Kindes...

Wenn Sie sich auskennen, ersparen Sie Ihrem Kind die schmerzhaften Knieprobleme, die Knickfüße im Laufe der Jahre zwangsläufig mit sich bringen.

Weil auch das Thema Einlagen sehr komplex ist, wurden hier ein paar Begriffe angegeben, die Sie sofort zum Thema weiterleiten. Einfach auf das entsprechende Thema klicken.

Wann und wozu brauchen Kinder Einlagen?-

Verschiedenen Einlagen kurz gezeigt und erklärt Das "Pfeiffersche Gutachten"
    Die Geschichte der orthopädischen Einlagen

 

Braucht ein Kind oder ein junger Mensch überhaupt Maßeinlagen, obwohl die Füße keine Schmerzen verursachen?- 

Wie Senkfüße etc. entstehen, haben Sie sicher schon im Film auf Kinderbeine.de gesehen. Nun kommt es auf das Alter und auf den Grad des Fußverfalls sowie auf die Stellung der Beinachse an, um entscheiden zu können, ob das Kind direkt Einlagen benötigt, oder ob die tägliche Fußgymnastik ausreicht. (Um dieses genau untersuchen zu können, benötigt man zwischen 20 und 60 Minuten Zeit)!

Gehen wir davon aus, dass das Kind das vierte Lebensjahr schon überschritten hat, der Fußverfall (Senkfuß) die 25% Marke überschreitet und ein leichter Knickfuß zu erkennen ist. In diesem Fall sind neben der Gymnastik auch Maßeinlagen erforderlich, weil die Fußschwäche ansonsten gravierende, negative Auswirkungen auf das Wachstum der Beine und Knie hat. Der für den Knick- Senkfuß typische Außengang führt dazu noch zu einer übermäßigen Belastung der Großzehen, was den späteren "Hallux- Valgus" (verschobene Großzehe mit Ballenbildung) nach sich zieht. Das ist nun gleichzeitig die Antwort auf die oft gestellte Frage, warum auch Frauen und Männer, die niemals zu enge Schuhe getragen haben, diese fürchterlich aussehenden Füße mit den krummen Großzehen bekommen).

Weil der Knick- Senkfuß zu zahlreichen Folgebeschwerden führt, die mit der Fehlstatik der Fersen und Beine in Zusammenhang stehen, ist es unumgänglich, dass ein Kind spätestens zum 4. Lebensjahr mit Maßeinlagen versorgt werden sollte, die dem Statikproblem sofort entgegen wirken. Nur so ist es möglich, dass die Beine gerade wachsen und sich die Fuß- und Kniegelenke nicht einseitig übermäßig abnutzen. 

Man kann also nicht pauschaliert sagen, dass bei Senkfüßen Einlagen nötig sind oder nicht nötig sind.

Rezepte für orthopädische Einlagen werden leider auch (und mit steigender Tendenz) zu einem reinem und willkommenen Geldsegen vieler Sanitätshäuser und Schuhtechnikbetriebe angesehen. Fabrikeinlagen fix und fertig einkaufen, etwas anschleifen (damit ist der Handwerkspflicht eigentlich schon genüge getan und es sieht so aus, als wären es Extraanfertigungen) braucht nur wenig Zeitaufwand und das bedeutet wenig Energie- und Personalkostenbedarf. Die als äußerst dumm und kurzsichtig zu bezeichnende Sparpolitik der gesetzlichen Krankenkassen hat also ganz neue Marktsituationen geschaffen, die auf Kosten viel zu vieler Kinder und Jugendlicher gehen, die nun von immer mehr Betrieben mit voller Selbstverständlichkeit als reine Gewinnquelle betrachtet werden.

Mit diesen Zeilen und den Webseiten mache ich mich immer wieder sehr unbeliebt, weil die Wahrheit ja nicht unbedingt den Patienten und deren Eltern zu interessieren hat. Für Sie ist es nun sicher sehr schwer zu unterscheiden, ob hier eine pure Propaganda betrieben wird oder ob an den Zeilen etwas wahres dran ist. Insbesondere, wenn Ihr Kind das Rezept für "falsche Einlagen" von einem Facharzt für Orthopädie bekommen hat, stehen Sie nun sicher etwas fragend da.... 

 

  unterschiedliche Maßeinlagen und deren Wirkung 

Damit Sie sich selbst einen Überblick verschaffen können und somit eine eigene Meinung bilden können, schauen Sie sich nun einfach die Bilder an, die nun folgen:

1. Weichschaumeinlagen 

1 Nur 2mm fehlen am Plattfuß,- diese einfachen  Weichschaueinlagen (Massenware) können das Fußgewölbe des Mädchens kein bisschen Stützen. Es macht kein Unterschied, ob Einlagen im Schuh sind oder nicht.

Weil die Einlagen zu weich sind, können die Fersen nun wunderbar einknicken. Die Einlagen unterstützen dieses sogar.

Der Einkaufspreis für das Sanitätshaus dürfte bei 15,--€ gelegen haben - der Gewinn demnach bei rund 70,--€ ! 

2 Der Bruder des Mädchens spielte sehr aktiv Fußball und klagte über Knieprobleme. Es handelt sich um den s.g. Sportlerplattfuß (auch Lehrlingsplattfuß genannt). 

Sehen Sie sich nun die Fußgewölbe und die Form der Einlagen an. Sie erkennen, das die Gewölbesprengung wesentlich steiler ist, als die Stütze der Einlage. Eine ganz normale Schuh- Innensohle leistet somit genau den selben Dienst, wie diese "orthopädischen" Einlagen,- nur der Preis ist um ein vielfaches geringer...

3 Vergleichen Sie nun das Bild 1 mit dem Bild 3.

 Sie erkennen unschwer, wie gut die Fußgewölbe des Mädchens durch die goBest Einlage gestützt werden und wie schön gerade und natürlich der Fuß auf der Einlage steht.

Folgebeschwerden wie Fersensporn und Mittelfußarthrose, die mit den Weichschaumeinlagen (Bild 1 und 2) nicht im geringsten beeinflussbar sind, bleiben mit diesen Einlagen garantiert aus.

Das war den Eltern gerne die Zahlung von 60,--€ wert.

 

4 Vergleichen Sie nun bitte das Bild 2 mit dem Bild 4.

Sie sehen selbst, das die Einlagen auf Bild 4 wie eine zweite Haut am Fuß sitzen. Die Fußgewölbe werden exakt in der gesunden und natürlichen Form gehalten, die Plexi- Einlagen federn leicht nach, lassen sich aber nicht flach treten. Somit ist für den Fuß eine zu 100% natürliche Stabilität gegeben. Da die Eltern frühzeitig reagiert haben, bleibt der weitere Fußverfall nun nicht nur auszuschließen, sondern die Bänder und Sehnen können sich wieder festigen und die Muskulatur wird später wieder die Füße selbstständig in der gesunden und natürlichen Brückenform halten können. 

Zum Fußballsport soll der junge Mann allerdings weiterhin Einlagen tragen, die dann nur noch zur Vorbeugung dienen sollen.

5 Auf Bild 5 sieht man fast  identische Billigeinlagen, allerdings mit Innen- und Außenbacken. So sehen die Einlagen aus, als wenn sie wirklich dem Knickfuß helfen würden,- der Schein trübt! Die Einlagen sind aus billigem und zu weichem Material und lassen sich problemlos von dem 25 Kilo Menschen durchtreten. 6 Auf Bild 6 sieht man individuell angefertigte Einlagen, die aus Kunststoffrohlingen, THK Verstärkung und Kork zusammen gebaut wurden. Als Bezug wünschte sich der Junge dunkle Mikrofaser, damit die Einlagen in den Schuhen nicht so sehr auffallen, wie die alten.

Die Füße bekommen mit diesen Einlagen genau dort eine Unterstützung, wo sie dringend gebraucht wird.

Wegen der hochwertigen Materialien gibt es auch keine Probleme mehr beim Schuhkauf.

7 Hier auf dem Bild 7 sieht man die Einlagen, die man oben auf Bild 5 unter dem Fuß sieht.

Tatsächlich sehen die Einlagen so aus, als würden sie ihren Zweck erfüllen. 

Diese Art von Einlagen gibt es in den Farben gelb, blau und grün.

8 Die Hitparade der Billisteinlagen, die man als orthopädische Einlagen bezeichnen darf, sind diese auf Bild 8. Für gerade mal 4,50 € werden diese Weichschaumeinlagen eingekauft. In diesem Fall sparte sich das Sanitätshaus sogar den Bezug!

Die Wirkung beträgt 0% - die Gewinnspanne rund 65,--€ !

9a Aus dem Hause Birkenstock stammen nicht nur die bekannten Schuhe mit dem Fußbett, sondern auch "orthopädische Einlagen". Vertrieben werden diese von der Tochterfirma "Birko-Orthopädie".

Diese Fertigeinlagen sind vom Material her recht hochwertig, allerdings liegen Passform und Wirkungsgrad nicht im Optimalem. 

9b Die individuelle Anformung ist auch hier nicht zu erkennen, dementsprechend liegt bei diesen Einlagen der Wirkungsgrad nur bei unter 40%.

Somit liegen diese Einlagen in der Rangliste der Fertigeinlagen zwar ganz weit oben, sind aber für Kinder, denen ein anhaltender Erfolg der Einlagentherapie gewünscht wird, nur als Eingewöhnungseinlagen für Schuhe mit herausnehmbarer Sohle zu empfehlen.

9 Auch dieses Mädchen hatte viele Jahre lang regelmäßig neue Einlagen so wie oben (Bild 1) verschrieben bekommen und die wurden auch regelmäßig getragen. Weil der Erfolg ausgeblieben ist, wurde im Sanitätshaus die bessere Qualität empfohlen, die allerdings wegen der Wirtschaftlichkeit mit zusätzlichen 60,--€ in Rechnung gestellt wurde.

Tatsächlich sind die Einlagen hochwertiger, weil sie einen separaten Alcantarabezug und einen Gewölbekeil verfügen. 

Vom Wirkungsgrad her gibt es aber keinen nennenswerten Unterschied zu den alten Einlagen (Bild 1). Sie erkennen ganz deutlich, dass sich der (fast) Plattfuß (Bild 7) von dem Gegendruck der Einlagen nicht sonderlich beeindrucken lässt. Somit ist das Bezugsmaterial das Einzige hochwertige an diesen Einlagen. 

Im Gegensatz zu den alten Einlagen gab es nun Probleme Schuhe zu finden, die mit Einlagen und Fuß passen... 

Für das Sanitätshaus hat sich das Geschäft aber dennoch so richtig gelohnt !

10 Auch in diesem Beispiel gibt es eine Schwester, die einen ähnlichen Fußverfall und Knickfüße zu beklagen hat und ebenfalls identische Einlagen bekommen hat.

Mit den neuen Korrektureinlagen (Bild 7) soll nun erst einmal eine natürliche Gewölbeform hergestellt werden, denn dieses ist im laufe der Jahre schon kontrakt geworden (richtete sich nicht mehr vollständig auf). Der Orthopäde hat darum 2009 die Operation empfohlen, weil Jahrelang Einlagen tragen zu keinem Erfolg führte. 

Laut Aussage der Mutter der Kinder ist der Zustand der Füße schlimmer statt besser geworden. Dieses muss ich leider häufiger so feststellen, allerdings ist es aber eigentlich auch eine logische Schlussfolgerung, denn diese Weichschaumeinlagen begünstigen das Einknicken sogar (Bild 6).

Die bittere Erkenntnis: Das Sanitätshaus hat die Familie mit zwei Kindern Jahre lang abgezockt und der Orthopäde wollte die Kinder wirklich operieren lassen. Die Folgen einer Plattfußoperation sind nicht gerade als Bagatelle zu bezeichnen,- insbesondere bei Schulkindern führt der Unterrichtsausfall und monatelanger Sportverzicht zu Problemen, die nicht sein müssen. 

Mit den richtigen Maßeinlagen wurde das Thema OP aber schnell vergessen... 

11 12
13 Vergleichen Sie nun bitte das Bild 9 mit dem Bild 10. 

Sie erkennen keinen Unterschied, abgesehen von dem schwarzen Untergrund. 

Auch bei diesem "Lappen" handelt es sich um eine "orthopädische Einlage".

Der Wirkungsgrad liegt bei 0% ! 

 

14 Es sollte jedem Kinderarzt, jedem Facharzt für Orthopädie und auch dem Orthopädieschuhtechnik- meister bewusst sein, dass die auf Bild 9 zu sehenden Einlagen wirkungsfrei sind, obwohl die Füße ganz dringend Hilfe benötigen.

Die Mittelfußarthrose schreit ja schon förmlich und ohne Einlagen oder mit solchen Billigeinlagen kommt sie garantiert,- auch wenn es noch einige Jahre dauern wird.

 

2. Sensomotorische Einlagen (auch propiozeptive Einlagen genannt)

15 Nun vergleichen wir die Einlagen zweier Brüder (5 und 9 Jahre). Beide haben extreme Knick- Senkfüße (Bild 7) und haben die modernen sensomotorischen Einlagen bekommen, die angeblich wahre Wunder bringen sollen,- so versprechen es jedenfalls viele Hersteller und wer es nicht besser kennt, glaubt das auch erstmal so.

Nach einigen Jahren stellen die aufmerksamen Eltern fest, dass der Erfolg ausbleibt.   So sparen sich viele Familien die Kosten und Laufereien und lassen die Einlagen komplett weg,- denn der Unterschied bei Knick- Senkfüßen mit oder ohne derartige Einlagen ist (wie man auf den Bildern 5 und 6 sieht), unerheblich.

Manche Eltern nutzen jedoch das Web, um sich nun besser zu informieren. Einige nutzen auch die Angebote, die eine Fußtherapeutische Kinder- und Jugendpraxis anbietet, die das Thema Fußgesundheit etwas anders betrachtet, als der normale Kassenarzt.

Die Kinder haben nun beide ordentliche Korrektureinlagen und dazu Gymnastikübungen gezeigt bekommen, so dass die Fußschwächen wirklich beseitigt werden können.

16 Auf den sensomotorischen Weichschaumeinlagen stehend bricht das Mittelfußgewölbe nach wie vor vollständig ein (der Ältere hat schon fast Plattfüße) und auch das Einknicken wird durch die Einlagen kein bisschen vermieden!

Die Krankenkassen bezahlen diese Einlagen, nicht weil sie den Kindern helfen, sondern weil der Arzt sie verschrieben hat! Die Sanitätshäuser, die solche Einlagen auch für Knickfüße ausgeben, freuen sich über die Gewinnspanne, die etwa 90,--€ beträgt (in München noch mehr).

17 18 Damit den Kindern nun schnell geholfen wird, wurde das volle Einlagenprogramm gewählt. Das bedeutet lose Korrektureinlagen (herausnehmbar) in den Freizeitschuhen sowie für die Sportschuhe und feste Einlagen in Hausschuhen und Sandalen. Weil die Füße festen Halt brauchen, schauen die Einlagen etwas aus den Sandalen heraus (über dem Pfeil).

Nur so ist sicher gestellt, dass sich die Bänder, Sehnen und Muskelstränge an die natürliche Fußform angleichen können. 

Die Therapiezeit wird zwischen 3 und 5 Jahre betragen. Die Knieschmerzen des Großen Jungen waren nach nur 10 Tagen vergessen...

19 Links (Bild 19) sehen Sie sensomotorische Einlagen in der "Luxusvariante" mit Alcantara überzogen. Somit wurde wirklich Handarbeit geleistet, wenn auch der Wirkungsgrad davon unbeeinflusst ist.

Dementsprechend konnte sich der Zustand der Füße im Laufe der Jahre sogar verschlechtern und es wurde zur Operation geraten, was die Eltern jedoch ablehnten, was auch eine gute Entscheidung war . (siehe Bild 20)

20 Weil bei diesem Junge das Längsgewölbe inzwischen zu flach bleibt und sich nicht mehr aufrichtet, wurden gute Einlagen aus Plexi, Kork und Lederbezug angefertigt, die nun eine natürliche Fußform herstellen sollen. Noch steht der Fuß auf den Einlagen wie auf einer Rampe,- in nur wenigen Tagen gibt der Fuß aber nach und das Gewölbe wird quasi reingetreten.

 

21 Bild 21 zeigt sensomotorische Fertigeinlagen,- hier hatte das Sanitätshaus  anscheinend gerade nicht die richtige Größe vorrätig, was auch immer wieder mal beobachtet werden kann... 

 

22 Bild 22 zeigt ebenfalls sensomotorische Einlagen, - diesmal der Optik nach als Luxusmodell. Die Zuzahlung, die die Eltern leisten mussten, betrug 60,-- € - hinzu kommt der Kassenanteil von 80,--€!

Das diese Einlagen aber dennoch dem Jungen nicht im geringsten helfen können, sieht man auf dem Folgebild 

23 Unbeeindruckt von der Einlage lassen sich die Fußgewölbe weiterhin durchtreten.

Die Fußschmerzen sieht der Fachmann schon, wenn er sich die Innengewölbe direkt hinter der schwarzen Backe ansieht

24 Mit solchen Kunststoff- THK- Mikrofasereinlagen sind die Fußschmerzen nach nur drei Tagen verschwunden. Der positive Nebeneffekt: Diese Einlagen werden die Fußgewölbe in der natürlichen Form, so wie man sie auf dem Bild 24 sieht, dauerhaft beibehalten.

Dazu bedarf es einige Jahre lang Geduld und auch die nötige Disziplin bei der täglichen Fußgymnastik.

Knickfuß Spezialeinlagen

25 Der Knickfuß wirkt sich negativ auf die Beinstatik aus, verursacht X-Beine und erhebliche Knieschäden. Letztere äußern sich meist am ersten.

Mit den einfachen Kasseneinlagen (siehe oben) kann die Beinfehlstatik nicht beeinflusst werden. Mit diesen hochgezogenen Backeneinlagen (Knickfußeinlagen nach A.Herr) sieht das anders aus. Auf diesen Einlagen hat der Knickfuß keine Chance mehr, nach innen einzuknicken. 

26 Die Fersen stehen ganz gerade und die Füße werden in die natürliche Position gezwungen.

Die Herstellung eines solchen Paar Einlagen dauert zwischen 1,5 und 2 Stunden. Verschiedene Materialien werden aufeinander gepresst und zur Schale geformt. Selbstverständlich ist die Anformung der Einlagen analog der natürlich und gesunden Sollform der Füße und kein einfaches Standartmaß.

Es handelt sich somit nicht um einfache orthopädische Einlagen sondern um therapeutische Korrektureinlagen.

27 Zwar passen die Einlagen hervorragend in ganz normale, bei Kids angesagten Schuhen hinein, allerdings kann es sein, dass die Einlagen aus dem Schuh hinaus ragen.

Um sie dennoch so unauffällig wie möglich zu halten, wurden die inneren Einlagenbacken schwarz bezogen. Mit schwarzen Socken fallen die Einlagen so kaum ins Auge.

Alternativ dazu sind solche Einlagen auch in höheren Schuhen wie z.B. Chucks zu tragen.

28 Durch die Einlagentherapie soll erreicht werden, dass die Füße auf Dauer stabil werden. So bleibt die Beinachse gerade und die Abnutzung im Knie ganz korrekt verteilt. 

Um dieses Ziel erreichen zu können, werden auch in den Hausschuhen starke Korrektureinlagen getragen. Die Einlagen im nebenstehenden Bild (28) haben eine Senkfußkorrektur von 100% und zunächst nur eine Knickfußkorrektur von etwa 85%. Erst die Folgeeinlagen werden mit 100% Knickfußkorrektur ausgelegt sein.

28 Junge Leute, schwache Füße, Maßeinlagen und moderne Schuhe und Sandalen passen nicht zusammen?-

Denkste

Fast jeder Schuh ist für richtige Maßeinlagen geeignet,- notfalls werden die Einlagen einfach fest in die Schuhe eingebaut und ein Bezug verwendet, der optisch gut zum Schuh passt.

 

29 Mit diesen goBest KSS Spezial Einlagen (KSS steht für extremer Knick- Senk- Spreizfuß) erreicht man, dass sich das Abrollverhalten der Füße und die Beinachse ab den ersten Schritten normalisiert, so wie es die Natur vorsieht. 

Knieprobleme werden somit sofort abgeschaltet!

Die Schwächen im Längsgewölbe (Senk- oder Plattfuß) und die Festigkeit der Fersen werden nach ein bis fünf Jahren (je nach Alter und Fußverfall) beseitigt.

 

Selbst starke Knick- Senkfüße können an warmen Sommertagen den Vorzug von Sandalen spüren und stehen dank der fest im Schuh eingebauten Einlagen schön gerade.

Das dennoch so oft im Sommer zeitweise auf Einlagen verzichtet wird und sich die Füße wieder platt treten können, ist eigentlich nicht nachvollziehbar...

Weitere Abbildungen und Beschreibungen folgen demnächst - gerne können Sie dafür die Bilder mit den Füßen und Einlagen Ihrer Kinder einsenden! 

 

Die Geschichte der orthopädischen Einlagen

Seit dem späten 18. Jahrhundert gibt es orthopädische Einlagen, die über den üblichen Gewölbekeil hinausgehen. Die ersten "Fußstützen" wurden aus Metall hergestellt.

In den 1930ér Jahren fertigte Carl Birkenstock die erste Kunststoffeinlage, die der Vorreiter der Plexidur Einlage wurde. Die damalige Regierung Deutschlands legte sehr großen Wert auf gesunde junge Männer (Sie wissen warum...). So wurde die schulärztliche Versorgung im deutschem Reich eingeführt. Orthopädische Einlagen wurden damals direkt von Orthopäden und von Fußfürsorgern verschrieben und gefertigt.

In den späteren Kriegsjahren wurden Kunststoffe für das Militär konfisziert und der Einlagenbau war zunächst eingestellt.

In den 1950ér Jahren hatten orthopädische Einlagen ein Comeback. Zuerst verwendete man wieder Metall und später auch eine Art Plexidur und Kork für die Einlagenherstellung. Die Einlagen waren mit Leder überzogen. Früher, bis in die 1950ér Jahre gab es den Beruf des Fußfürsorgers. Der Fußfürsorger kannte sich bestens mit den Füßen aus und fertigte ganz individuell die Einlagen an. Die Materialauswahl war damals sehr dürftig und das Formen der damaligen Stahleinlagen und Federn war sehr mühselig. Dennoch gab es damals weniger Menschen mit Fußschwächen als heute.  Der Staat brauchte bis Mitte der 40ér Jahre Männer, die gut marschieren konnten....

Ab Mitte der 1960ér Jahre wurden Metalleinlagen immer seltener und zumindest für Kinder wurden überwiegend Plexidureinlagen angefertigt. Die Anformung erfolgte an Hand von Gipsfußmodellen, die man mittels einem Gipsverband von den Füßen genommen hat. Spätestens zur Einschulung hatten damals rund 25% aller Schulkinder Einlagen vom Schularzt empfohlen bekommen, die später von Orthopäden angefertigt wurden. Damals wurden für Einlagenträger steife Schuhe mit fester Sohle empfohlen, die dem Fuß einen zusätzlichen Halt bieten sollten. Gymnastik war damals weniger bekannt.

Ab Anfang der 1980ér Jahre setzten sich Kork- Leder Einlagen immer mehr durch. Diese waren für den Patienten etwas bequemer, allerdings nicht unbedingt besser. Entscheidend war hier die Haltbarkeit. Erwachsene konnten ihre Plexidureinlagen 10 Jahre und länger tragen,- Kork- Leder Einlagen waren nach zwölf Monaten aufgetragen und mussten ersetzt werden. Das brachte dem Orthopäden und dem Schuhtechnikbetrieb regelmäßige Einkünfte ein,- allerdings sollte der Intervall verkürzt werden.

Mitte der 1980ér Jahre kamen Einlagen aus Thermo- Presskork auf dem Markt, die abgesehen von der Lederdecke ohne jegliche Verstärkung ausgekommen sind.  Diese Einlagen nahmen nach nur kurzer Zeit die Form des Senkfußes an und mussten nach kurzer Zeit ersetzt werden. Schließlich gewährt die Krankenkasse zweimal im Jahr neue Einlagen....

Seit Mitte der 1990ér Jahre erobern Weichschaumeinlagen den Markt mit steigender Tendenz. Diese Einlagen haben mit ordentlichen Maßeinlagen nicht viel gemeinsam und können beim Knickfuß sogar mehr Schaden als Nutzen bringen! Dennoch steht auf immer mehr Rezepten "Ein Paar Weichbettungseinlagen" oder einfach "ein paar Einlagen". 

Seit etwa 2006 konnte ich feststellen, dass die Anzahl von (eigentlich unnotwendigen) Fußoperationen bei Kindern und Jugendlichen von Jahr zu Jahr zunimmt.  Im Jahr 2007 startete ich über das Internet und Zeitungsanzeigen eine Infokampagne und dieses führte dazu, dass gleich 47 besorgte Eltern ihre Kinder bei mir in der Praxis vorstellten. Tatsächlich musste nicht ein einziges Kind tatsächlich an den Füßen operiert werden. 2010 konnten sogar zwei betroffene Familien die gute Nachricht erfahren, dass künftig nur noch für den Sporteinlagen getragen werden sollen,- nur zur Vorbeugung!

Bis Dezember 2010 konnten mit der biologisch sinnvollen Einlagen- und Gymnastiktherapie allein in Schönberg mehr als 100 Operationen an Kinderfüßen (die aus ganz Deutschland stammen) erfolgreich verhindert werden. Die Krankenkassen lassen sich von diesen Fakten jedoch nicht beeinflussen, weil das Wunschgutachten anderes aussagt. (siehe unten)

Das Pfeiffersche Gutachten

Die "amtlichen" Feststellungen des Professors (kurzgefasste Darstellung)

Über mehrere Jahre hinweg wurden die Füße von rund 680 Schüler regelmäßig untersucht. 

Etwa 2/3 dieser Schüler hatten Senkfüße, Spreizfüße und auch Knickfüße wurden festgestellt. 

Rund 10% der betroffenen Kinder hatten zumindest zeitweise orthopädische Einlagen getragen. Es wurden jedoch keine Unterschiede der Füße mit und ohne Einlagen festgestellt. 

Somit kann eine positive Veränderung der Füße durch orthopädische Einlagen ausgeschlossen werden.

Der deutsche Krankenkassenverband erkennt das Gutachten an.

 

 

Das Gutachten aus Sicht von Andreas Herr:

Das tatsächlich 75% der Deutschen Schüler Fußschwächen hat, ist eine realistische Zahl. Diese deckt sich mit der eigenen Studie in Schulen mit rund 340 Schülern.

Etwa 8% der Kinder hatten irgendwann im Kindesalter orthopädische Einlagen, die allerdings nicht von allen konsequent getragen wurden. In den meisten Fällen schläft das Thema Einlagen ab dem 13./14. Lebensjahr ein.

In der Studie des ehrenwerten Professors wurden folgende Punkte leider nicht erwähnt: 

1. Aus welchem Material waren die Einlagen, wie war die Anformung und wie die Tragezeit. 

2. Welche Art Senkfüße, Knickfüße etc. bei den Kindern waren, verschweigt das Gutachten

Wie solch eine Reihenuntersuchung ausschaut, kennt man ggf. durch die Musterung,- in kürze wird an dieser Stelle auch ein Film zu sehen sein.

 

Senkfüße haben zwar 70% der deutschen Kinder zu beklagen, aber es gibt viel zu viel verschiedene Arten von Senkfüßen, um die Antwort auf die Frage "braucht das Kind wegen Senkfüßen Einlagen?" pauschal beantworten zu können.  

Neben dem Alter spielt die allgemeine Fußentwicklung, der Einfall des Innengewölbes und vor allem die psychomotorischen Fähigkeiten des Kindes beim Ansteuern der Fußmuskulatur eine wichtige Rolle, die bei der Entscheidung für oder gegen Einlagen ausschlaggebend ist. Darum dauert die ordentliche Erstuntersuchung der Füße auch immer mindestens 20 Minuten,- oft auch sehr viel länger. Kinderärzte und Orthopäden können sich im Regelfall nicht so lange Zeit mit der Untersuchung lassen, weil das Wartezimmer viel zu voll ist und außerdem diese Untersuchungszeit von der gesetzlichen Krankenversicherung nicht mehr honoriert wird.  

Das ist ein sparen am falschem Ende! Schließlich baut der Mensch seinen gesamten aufrechten Gang auf den Füßen auf und benötigt die Füße über das Berufsleben hinaus. Dennoch wird die Fußfürsorge immer drastischer bagatellisiert und die kleinen Lösungen mit guten Maßeinlagen und Gymnastik bleiben auf der Strecke. Stattdessen werden die Kosten für (unnötige) Operationen an Füßen und Knien immer höher,- die Anzahl der Operationen nimmt stetig zu. 

Kaum jemand kennt den Unterschied und den Wirkungsgrad zwischen den heute üblichen orthopädischen Maßeinlagen und Therapeutischen Einlagen,- selbst die meisten Ärzte nicht! 

Im Zuge der Amerikanisierung Europas und Bürokratisierung Deutschlands veränderte sich auch unser Gesundheitswesen. Es reichte auf einmal nicht mehr aus, dass sich der Fußfürsorger alleine um die Füße der Patienten kümmerte,- stattdessen musste zuerst ein Facharzt für Orthopädie ein Rezept für Einlagen und für Gymnastik ausstellen. Anfangs gab es noch ordentliche Einlagen, die individuell angefertigt wurden.

Ab dem Ende der 1950ér Jahre setzten sich nach und nach  Einlagen aus Plexidur durch, die nach und nach die Stahleinlagen verdrängten. Seit Mitte der 70ér Jahre wurden die guten Plexidureinlagen nach und nach von Kork- Leder Einlagen verdrängt, weil Kork wesentlich billiger ist. 1999 wurde die Herstellung vom klassischem Plexidur wegen giftiger Inhaltsstoffe verboten (Die Dämpfe, die beim Guss entstehen, sollen angeblich gesundheitsschädlich für den Hersteller der Einlagen sein). Restbestände dieser hochwertigen und optimal wirkenden Einlagen sind noch viele Jahre später im Umlauf gewesen.

Heute geht es auch in der Fußgesundheitsbranche vorwiegend um das liebe Geld. So wollen die Krankenkassen sparen und die meisten Sanitätshäuser möglichst schnell ganz viel verdienen. Es wurden von Handwerkskammer und Kassenverband Verträge mit Höchstbeträgen für Einlagen geschlossen,- gemäß dem Gieskannenprinzip erfolgte eine Standartversorgung der Patienten und offiziell heißt es im Gesundheitswesen: Verordnet wird nur das medizinisch Notwendige.

Orthopädische Einlagen sind inzwischen zu einem Milliardengeschäft geworden, der den Produktionsfirmen und Sanitätshäusern einen riesigen Geldsegen einbringt. 

Dabei wird es immer häufiger in kauf genommen, dass manche Einlagen den jungen Fuß nicht helfen können oder sogar schädigen, um ihn später operieren zu können.....

Das Thema Fußgesundheit und Entwicklung der Beine der Kinder und Jugendliche heute

Nur die wenigsten Eltern zeigen Interesse an der Entwicklung der Füße ihrer Kinder,- auch wenn Sie, als vorbildliche Eltern sich das jetzt nicht vorstellen möchten,- es ist wirklich eine bittere Tatsache. Kaum zu glauben, aber wahr- Sie können sich die Situation direkt selbst auf jeden Deutschen Schulhof ansehen, indem Sie den Kindern auf die Schuhe sehen und auf den Gang achten. Grundliegendes Vorabwissen erhalten Sie HIER

Oft weisen die Eltern den Kinderarzt darauf hin, dass die Füße ihres Kindes nicht ganz normal entwickelt sind, oder das etwas mit dem Gang oder der Beinstatik nicht in Ordnung ist. Eine bittere Enttäuschung ist dann leider schon mit zunehmender Tendenz zur Selbstverständlichkeit geworden, denn das Interesse des Arztes ist entscheidend dafür, wie sich die Füße der meisten Kinder weiter entwickeln dürfen. Das Interesse ?  werden sie sich nun vielleicht fragen. Es ist tatsächlich so, dass der Kinderarzt oder die Kinderärztin ein persönliches Interesse an Kinderfüßen und der Entwicklung der Beine haben muss, um die kleinen Patienten optimal beraten zu können. Ist kein grundsätzliches Interesse da, dann wird die Standartantwort "das verwächst sich von alleine" mit auf den Weg gegeben. Die Ärztinnen und Ärzte, die sagen, dass Knick- Senkfüße, X-Beine, Innengang etc. sich von selbst festigen bzw. regulieren, meinen es überhaupt nicht böse, denn so haben sie es studiert, sofern das Studium nach 1980 angetreten wurde und an Fortbildungen nicht teilgenommen wurde. Aber selbst bei vielen Orthopäden verhält es sich oft nicht viel anders, auch wenn hier neben dem Studium die Gesundheitspolitik dazu führt, das überhaupt keine Gymnastik gezeigt wird und dazu falsche oder sogar falsche Einlagen verschrieben werden.

 

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